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ZuBaKa hört auf.

Liebe Partner*innen, Freund*innen und Wegbegleiter*innen,

seit neun Jahren unterstützen wir erfolgreich und wirkungsvoll eingewanderte Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg. Jetzt müssen wir uns schweren Herzens dazu entscheiden, unsere Arbeit zum 31. Juli 2026 einzustellen und ZuBaKa geordnet abzuwickeln.

 

Wir hören nicht auf, weil unsere Arbeit nicht mehr gebraucht wird – im Gegenteil! Eine bedarfsgerechte und schüler*innennahe Unterstützung von neu eingewanderten Schüler*innen ist weiterhin dringend nötig. Allein in Frankfurt am Main gibt es rund 160 Intensivklassen und -kurse, an unserem Standort in Mannheim sind es knapp 90 Vorbereitungsklassen. Die Schulen sind weiterhin überfordert damit, diese Klassen angemessen zu fördern. Und unsere Angebote wirken: Lehrkräfte und Schulleitungen melden uns kontinuierlich zurück, wie relevant und notwendig ZuBaKa für die Schüler*innen ist. Erst im letzten Dezember haben wir das Phineo-Wirkt-Siegel für unsere Wirkungsarbeit erhalten.

 

 

Zuletzt wurde es immer schwieriger, unsere Arbeit zu finanzieren. Bereits im Sommer 2024 mussten wir drei neu gegründete Standorte wegen ausbleibender (staatlicher) Förderung nach nur anderthalb Jahren wieder schließen. Danach wurde es nicht leichter: so gut wie keine öffentliche Förderung, der intensive Wettbewerb um Stiftungsgelder, die Veränderung von Förderlogiken und – das beobachten wir deutlich – ein sinkendes Interesse an den Themen Migration und Vielfalt.

 

Wir haben intensiv daran gearbeitet, neue Ansätze zu testen, neue Finanzierungsquellen zu erschließen und die Organisation strategisch weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sind unsere Strukturen mittlerweile komplett digital, wir arbeiten soziokratisch und damit sehr partizipativ. Kurzum: Wir waren nie so professionell wie jetzt – und trotzdem scheitern wir an der Finanzierung.

 

Schlussendlich haben die Gesellschafterversammlung und der fünfköpfige Führungskreis einstimmig entschieden, das Unternehmen selbstbestimmt abzuwickeln. Das gesamte Team trägt die Entscheidung mit und unterstützt den Prozess der Abwicklung nach Kräften. Die selbstbestimmte Liquidation ermöglicht es uns, alle laufenden Projekte bis Ende des Schuljahres abzuschließen. Wir bleiben handlungsfähig und können unser Schaffen zu einem würdigen Abschluss bringen.

 

Wir sind sehr traurig, dass es so gekommen ist. Am allermeisten, weil wir wissen, wie wichtig unser Angebot für die Kinder und Jugendlichen ist. Ihnen, die im Bildungssystem ohnehin benachteiligt sind, bleibt damit eine wirksame Chance auf Unterstützung verwehrt. Es ist ernüchternd und frustrierend, dass in Zeiten zunehmender ökonomischer und gesellschaftlicher Spaltung und rechter Strömungen politische Entscheidungsträger*innen die steigende soziale Ungerechtigkeit bewusst nicht adressieren – weder finanziell noch rhetorisch. Unser Fall zeigt ein Dilemma: Wir arbeiten in einem Bereich, der gesellschaftlich elementar ist – dessen verlässliche Finanzierung aber nicht gegeben ist.

 

ZuBaKa war für uns immer mehr als nur ein Arbeitgeber. Nicht nur die Vision von Bildungsgerechtigkeit hat uns verbunden, sondern auch der Wunsch, unsere Arbeit nachhaltig und fair zu gestalten – in einem Sektor, der dafür nicht die besten Bedingungen bereithält. Das war oft anstrengend. Und doch war der kollegiale Zusammenhalt in jedem Moment herausragend und die Zufriedenheit des Teams in unserer letzten Mitarbeiter*innenbefragung sehr hoch.

 

Wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben:

  • Seit unserer Gründung haben wir mehr als 8.400 Schüler*innen unterstützt.

  • Insgesamt waren wir in mehr als 400 Klassen aktiv.

  • Wir haben unsere Programme in mehr als 32.300 Schulstunden an insgesamt 69 Kooperationsschulen in Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz umgesetzt.

  • Über die Jahre haben wir 8 Bausteine entwickelt und zusätzlich über 120 Feriencamp-Tage und 150 Projekttage angeboten.

  • 93,75 Prozent aller kooperierenden Lehrkräfte stimmen zu, dass Schüler*innen durch die Teilnahme bei ZuBaKa positive Veränderungen zeigen (Jahr 25/26).

  • 92,65 Prozent aller teilnehmenden Schüler*innen fanden ZuBaKa sehr gut (2024/25).

  • Das Projekt Ankommen in Schule und Stadt Frankfurt hat maßgeblich zur einer Steigerung der sozialen Integration und Teilhabe der Teilnehmer*innen geführt. So sagten 81,6% der Schüler*innen, dass sie durch die Projektteilnahme ihre Zeit außerhalb der Schule eigenständiger gestalteten und mehr als die Hälfte aller Teilnehmer*innen (57,1%) hatten durch das Projekt neue Freundschaften geschlossen.

  • Das Projekt “Von der Schule in den Beruf” hatte signifikante positive Wirkungen auf die Zukunftschancen der teilnehmenden Jugendlichen. So beobachteten Lehrkräfte, dass die Hälfte der Teilnehmer*innen bei Projektende bessere schriftliche und mündliche Bewerbungskompetenzen hatten. Außerdem setzten sich am Ende des Schuljahres fast alle Teilnehmer*innen (95,8%) konkrete Ziele für ihr privates und berufliches Leben und konnten ebenso konkrete Schritte formulieren, um diese zu erreichen.

  • Das Grundschul-Projekt “Sprache & Medien” trug maßgeblich dazu bei, Kinder zu stärken und im Ankommen in der Schule zu unterstützen. So beobachteten die Lehrkräfte bei mehr als einem Drittel der teilnehmenden Schüler*innen (37,5%) eine signifikante Steigerung der Selbstwirksamkeit und eine gesteigerte Integration in die Schulgemeinschaft.

  • Das Teilhabe-Projekt “Wir gestalten mit” hat den teilnehmenden Jugendlichen wichtige Kompetenzen vermittelt. So gaben 93,2% der Teilnehmer*innen an besser Projektmanagement-Fähigkeiten zu haben und 91,8% bestätigten, dass sie sich zutrauten effektive Ziele zu formulieren, um ein Projekt erfolgreich abschließen zu können. 

Danke für euer Vertrauen und die Möglichkeit, mit vielen tollen Menschen, Stiftungen, Organisationen und Unterstützer*innen für mehr Bildungsgerechtigkeit zu kämpfen.

 

Auf Wiedersehen!
Das Team von ZuBaKa 

Copyright @BASF

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Kommentare: 2
  • #1

    Clara (Samstag, 09 Mai 2026 15:57)

    Danke für eure Arbeit!

  • #2

    Max (Donnerstag, 11 Juni 2026 13:04)

    Danke für eure Arbeit und ein Trauerspiel, dass die Politik in diesem Bereich tut, was sie tut.
    (z. T.) Unüberlegte Entscheidungen auf Kosten von Menschen, die eh schon in einer prekären Situation leben, zu treffen.